Technologie-Hype und strategische Entscheidungsfindung: Eine Studie zu digitalen Akquisitionsprämien
18. November 2025

Foto: Yannik Gehrke
Inwiefern kann Technologie-Hype das strategische Entscheidungsverhalten von Führungskräften verzerren? Dieser Frage geht ein neuer Fachartikel nach, der digitale Akquisitionsprämien in den Blick nimmt – also das Verhältnis zwischen dem von einem Käufer gezahlten Kaufpreis und dem Börsenkurs des erworbenen digitalen Zielunternehmens. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit von Yannik Gehrke, Sebastian Firk (University Duisburg-Essen), Julian Meier (Universität Göttingen) und Michael Wolff (Universität Göttingen).
Die Studie zeigt, dass Führungskräfte in Phasen ausgeprägten Technologie-Hypes dazu neigen, übermäßig optimistische und weit verbreitete Erwartungen in ihre Bewertungen einfließen zu lassen, was zu systematisch höheren Akquisitionsprämien führt. Gleichzeitig weisen Käufer, die Transaktionen in solchen Hype-Phasen abschließen, eine schwächere langfristige Performance auf. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass digitales Fachwissen im Top-Management sowie Erfahrungen aus früheren digitalen Akquisitionen die Anfälligkeit für Technologie-Hype signifikant reduzieren.
Der Artikel unterstreicht, dass technologische Expertise und organisationales Lernen zunehmend an Bedeutung gewinnen, um Entscheidungsträger*innen davor zu bewahren, sich auf überzogene Technologieerwartungen zu stützen. Der Artikel ist im Fachjournal Long Range Planning im Open Access erschienen.

