Studie zur Kreuzschifffahrt für die Region HamburgWie viel Wertschöpfung steht hinter der Kreuzfahrtbranche?
24. April 2026

Foto: AdobeStock_91769030 Ralf Gosch
Ein Team um Prof. Dr. Martin Spindler hat im Rahmen einer Auftragsstudie die wirtschaftliche Bedeutung der Kreuzfahrtindustrie für Hamburg untersucht.
Eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsclusters Hamburg Cruise Net e.V. und der Freien und Hansestadt Hamburg untersucht den Wertschöpfungsbeitrag der Kreuzfahrtindustrie für die Hamburger Wirtschaft im Jahr 2024. Die Autoren Martin Spindler, Professor für Statistik, Maximilian Knechtel, und Dr. Johannes Koenen, ARC Econ GmbH, haben dabei im Rahmen einer Input-Output-Analyse Daten der amtlichen Statistik und Unternehmensdaten von Hamburger Kreuzfahrtreedereien ausgewertet. Demnach sorgt die Kreuzfahrtbranche für einen regionalen Umsatz in Höhe von rund 1,70 Mrd. Euro. Der Beitrag zur Bruttowertschöpfung betrug rund 727,4 Mio. Euro. Dies entspricht etwa 7.240 zusätzlichen Vollzeitstellen über die direkte Beschäftigung in den Reedereien hinaus.
Betrachtet man die Zahlen aus den Jahren zwischen 2018 und 2024 hat die wirtschaftliche Wirkung der Branche in Hamburg weiter zugenommen. Die jährliche Zahl der Passagiere stieg um mehr als 44 Prozent auf rund 1,3 Mio. im Jahr 2024 an.
Doch dies ist nur einer der Treiber für das beobachtete Wertschöpfungswachstum des Sektors um rund 73 Prozent, während die Wirtschaftsleistung Hamburgs, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, insgesamt um nur etwa 30 Prozent zugenommen hat. Als Heimathafen und Standort für große Reedereien sind deren Ausgaben und Investitionen für mehr als 60 Prozent der ermittelten Wertschöpfung in Hamburg verantwortlich, während etwas mehr als 20 Prozent durch die Ausgaben von Passagieren und Besatzungsmitgliedern vor Ort generiert wird. Die restlichen 20 Prozent entstehen durch den Export spezialisierter Dienstleistungen im Bereich des Schiffmanagements und Veranstaltungen wie den Cruise Days im Hamburger Hafen und die Fachmesse Seatrade Europe.
Der insgesamt identifizierte Wertschöpfungseffekt ist vergleichbar mit aktuellen Studienergebnissen zur Wirkung des Kreuzfahrtsektors in Barcelona.
„Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Kreuzfahrtschifffahrt für die Stadt Hamburg, bricht die Wertschöpfung auf einzelne Bereiche herunter und zeigt, wie überproportional der gesamte Bereich in den letzten Jahren gewachsen ist“, resümiert Prof. Spindler.
Die Studie wurde im Rahmen des Kreuzfahrtgipfels der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, Dr. Melanie Leonhard, und Stakeholdern vorgestellt.
Weiterführende Informationen finden Sie in der Pressemitteilung unter hamburg.de, im Bericht des NDR und im Hamburger Abendblatt.

