Absatzwirtschaft & Handelsblatt Media GroupFuture Marketing Leaders 2025: Julia Rosada
19. Dezember 2025

Foto: Absatzwirtschaft/privat
Die Nachwuchsforscherin und frisch promovierte Julia Rosada ist eine von 20 „Future Marketing Leaders 2025“.
Julia Rosada, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Marketing & Customer Insight von Prof. Dr. Mark Heitmann, ist eine der „Future Marketing Leaders“. Das Marketingfachmagazin Absatzwirtschaft zusammen mit der Handelsblatt Media Group hat die außergewöhnlichen Nachwuchstalente im Rahmen des Events „Sync for Growth“ am 11. Dezember in Düsseldorf ausgezeichnet.
Dabei fällt Rosada durch ihre Expertise in Künstlicher Intelligenz (KI) im Kontext der Markenführung auf. Im Rahmen ihrer Promotion hat sie sich mit der Frage beschäftigt, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll, kontrolliert und markenorientiert im Marketing eingesetzt werden kann. Ihr Fokus liegt dabei weniger auf kurzfristigen Effizienzgewinnen als auf der strukturierten Integration von KI in die Markenführung.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Heitmann beschreibt sie diesen Ansatz in einem aktuellen Beitrag für markenartikel unter dem Titel „Mit GenAI Marken stärken, statt sie zu verwässern“. Darin argumentieren sie, dass der Einsatz generativer KI nicht bei der reinen Content-Erstellung stehen bleiben darf. Entscheidend sei vielmehr eine Systematisierung von KI, bei der unterschiedliche Modelle gezielt kombiniert werden zur Generierung, Bewertung, Auswahl und Optimierung von Content. Ziel ist es, Markenidentität, Konsumentenrelevanz und Performance nicht gegeneinander auszuspielen, sondern miteinander zu verbinden.
Dieser Gedanke der Brand Adaptive Intelligence bildet auch die Grundlage von Julia Rosadas Start-up Kalydo, das sie parallel zur Promotion gegründet hat. Der Ansatz: markenspezifische Muster datenbasiert erkennen, reproduzierbar machen und KI so steuern, dass Inhalte konsistent, markentypisch und zugleich KPI-orientiert bleiben. Seit der erfolgreichen Verteidigung ihrer Dissertation Mitte Dezember kann sie sich nun vollständig auf den Aufbau des Unternehmens konzentrieren.
Die Auszeichnung würdigt damit nicht nur eine persönliche Leistung, sondern auch einen Forschungsansatz, der zeigt, wie KI im Marketing strategisch, differenziert und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann.
Ein vertiefender Einblick in die Arbeit der jungen Gründerin findet sich sowohl im Future-Marketing-Leaders-Porträt der absatzwirtschaft als auch im genannten Beitrag in markenartikel sowie im Interview mit uns:
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Startup zu gründen?
Julia Rosada: Mich begeistert vor allem die Möglichkeit, eigene Ideen wirklich umzusetzen und Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Selbstständig zu sein heißt für mich, Dinge auszuprobieren, schnell zu lernen und zu sehen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt etwas Eigenes entsteht.
Wie unterscheidet sich Ihr Ansatz, KI in Unternehmen einzusetzen, von anderen?
Der zentrale Unterschied ist, dass wir KI nicht nur zur Content-Erstellung nutzen, sondern sie systematisch auf Marke, KPIs und Zielgruppen ausrichten. Kalydo wird auf die jeweilige Markenidentität und reales Audience-Feedback trainiert und kann so bereits vor Ausspielung des Contents prognostizieren, wie Content entlang des Funnels performen wird. Das reduziert Performancerisiken, hilft, Inhalte gezielt auf relevante Zielgruppen und Bedürfnisse zuzuschneiden, und senkt Streuverluste.
Inwiefern hat Sie die Arbeit an der Business School beim Gründen Ihres Unternehmens unterstützt?
Die akademische Ausbildung an der Business School und die internationale Vernetzung waren eine sehr wichtige Grundlage für die Gründung. Besonders prägend war dabei die exzellente Förderung und fachliche Expertise von Prof. Dr. Mark Heitmann. Sowohl das Umfeld an der Business School als auch die enge Zusammenarbeit mit ihm haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich aus der Forschung ein tragfähiger unternehmerischer Ansatz entwickeln konnte.
Haben Sie Tipps für Studierende, die eine Idee für ein Startup haben, aber nicht wissen, wie sie vorgehen sollen?
Mein wichtigster Tipp ist, so früh und so viel wie möglich mit der potenziellen Kundengruppe ins Gespräch zu kommen. Wirklich zuzuhören und die Probleme zu verstehen hilft, die eigene Idee zu validieren und zu prüfen, ob die Annahmen und Hypothesen, die zur Idee geführt haben, auch tatsächlich stimmen und in der Realität gebraucht werden.
Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach der Promotion?
Nach der Verteidigung freue ich mich erst einmal auf eine kleine Auszeit - Silvester verbringe ich in den Anden, mitten in der Natur Perus. Mit diesem Abstand und hoffentlich vielen neuen Eindrücken starte ich dann mit frischer Energie, viel Spaß und Leidenschaft ins neue Jahr und freue mich darauf, mich neuen und alten Herausforderungen zu widmen.

