Dr. Sven KlaaßenRuf an die Uni Kiel
2. April 2026

Foto: UHH/Longe
Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Professur für Statistik Dr. Sven Klaaßen nimmt einen Ruf auf eine Junior Professur mit Tenure-Track an der Universität Kiel an. Zu diesem Anlass sprechen wir mit ihm über seine Erfahrungen in Studium und Forschung.
Dr. Sven Klaaßen, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Statistik bei Prof. Dr. Martin Spindler, hat einen Ruf als Juniorprofessor mit Tenure-Track an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angenommen. Ab dem 1. Mai wird er dort Statistik und Empirische Wirtschaftsforschung lehren. Zum Abschied haben wir ihn nach seinen Erfahrungen an der Business School gefragt.
Sven, seit wann bist du schon ein Teil der Business School, als Student und als wissenschaftlicher Mitarbeiter?
Ich habe im Januar 2017 an der Business School als wissenschaftlicher Mitarbeiter begonnen. Davor habe ich Wirtschaftsmathematik an der Universität Hamburg studiert.
Was war deine Motivation, als du dich zu einer Promotion entschlossen hast?
Mich hat vor allem die Faszination für das maschinelle Lernen und das enorme Potenzial moderner Algorithmen bei der Analyse komplexer Datensätze angetrieben. Die Promotion bot mir die akademische Freiheit, tief in diese methodischen Fragestellungen einzutauchen und innovative Lösungen für reale statistische Probleme zu entwickeln.
Du bist Experte im Bereich Machine Learning und hast schon zahlreiche Publikationen erwirkt. Was genau ist dein Lieblingsthema und was verbirgt sich dahinter?
Mein Fokus liegt auf der Kombination von maschinellem Lernen mit kausaler Inferenz. Während klassische Algorithmen primär als "Black Box" agieren, um präzise Vorhersagen auf Basis von Datenmustern zu treffen, macht die Integration kausaler Inferenz diese komplexen Modelle interpretierbar. Ziel ist es, echte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aufzudecken. Dies ist besonders bei aktiven Entscheidungsprozessen wertvoll, in denen verschiedene Handlungsoptionen verglichen und deren Auswirkungen bewertet werden sollen. Besonders spannend ist dabei der Weg von der Theorie zur Anwendung: Die eigene Implementierung dieser Verfahren in die Praxis ist ein hochgradig motivierender Prozess. Meine Kollegen und ich arbeiten daran, die theoretischen Erkenntnisse durch frei verfügbare Software für die Praxis nutzbar zu machen. Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist das Open-Source-Softwarepaket DoubleML, mit dem sich die Verfahren direkt anwenden lassen.
Wer oder was wird dir in deiner Zeit an der Business School besonders gut in Erinnerung bleiben?
Vor allem die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen Kollegen am Institut für Mathematik und Statistik. Die gemeinsamen Forschungsprojekte und die Zeit in der Lehre waren für mich eine prägende Erfahrung.
Mit welchem der Kernwerte der Business School kannst du dich am besten identifizieren und warum?
Ich identifiziere mich sehr mit Impact. In meiner Forschung ist es mir wichtig, durch innovative, methodisch saubere Einblicke einen echten Mehrwert für die Gesellschaft und die Wirtschaft zu generieren.
Worauf freust du dich am meisten bei deiner neuen Herausforderung in Kiel?
Ganz klassisch: Auf die neuen Kolleginnen und Kollegen und die Chance, frische Impulse in meine Forschung und Lehre zu bringen.
Wir wünschen dir alles Gute für deine neuen Aufgaben an der Universität Kiel und freuen uns darauf, auch als Alumnus mit dir in Verbindung zu bleiben.

