Ethik, Verantwortung und Nachhaltigkeit (ERS)ERS-Preisverleihung an Jannik Fahren und Ali Dohier
23. Januar 2026, von Denise Longe

Foto: Rahel E. Photography
Zwei Absolventen des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft (Business Administration) sind die ERS-Preisträger aus dem Wintersemester 2025/26.
Im Rahmen der Abschlussfeier der University of Hamburg Business School hat Kai Wuttke, Partner ESG & Sustainability bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Forvis Mazars in Deutschland, die diesjährigen ERS-Preisträger ausgezeichnet. Die Absolventen des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft (Business Administration) Jannik Fahren und Ali Dohier konnten sich dabei jeweils mit ihrer Abschlussarbeit im Bereich Ethics, Responsibility, and Sustainability (ERS) durchsetzen.
„In Zeiten von Krisen ist Nachhaltigkeit wichtiger denn je, in allen Bereichen“, sagt Kai Wuttke. „Umso mehr freue ich mich, mit der Unterstützung des ERS-Preises das Thema noch stärker in den Fokus zu rücken und junge Menschen für ihr Engagement darin auszuzeichnen.“
Der von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Forvis Mazars finanzierte Preis ist pro Preisträger mit 500 Euro dotiert und wird zweimal pro Jahr für die beiden besten Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten eines Semesters übergeben.
In einem Interview haben die beiden Preisträger über die Themen ihrer Arbeit gesprochen, die Unterstützung der Business School, ihre Motivation und darüber, ob die Arbeit sie in ihrer Berufswahl beeinflusst.
Jannik Fahren
Was war das Thema Deiner Master-Abschlussarbeit?
Mein Thema lautet: "Die Auswirkungen von Mikrokrediten auf (soziales) Unternehmertum in Entwicklungsländern"
Welche Professur hat Dich bei dem Thema betreut und inwiefern hat Dich der Austausch unterstützt?
Meine Arbeit habe ich an der Professur für Marketing & Media in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Michel Clement geschrieben. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die engagierte und kompetente Betreuung meiner Masterarbeit bedanken. Durch seine fachliche Expertise, seine konstruktiven Anregungen sowie seine stets hilfreiche und geduldige Unterstützung hat er maßgeblich zu dieser Arbeit beigetragen. Besonders danken möchte ich ihm für den regelmäßigen Austausch während des gesamten Arbeitsprozesses, da dieser einen neuen Blick auf die Thematik ermöglichte.
Was war Deine Motivation, Dich mit dem Thema zu beschäftigen?
Besonders interessant an diesem Thema erschienen mir zwei Aspekte: Zum einen bestand ein persönliches Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und der Frage, inwiefern generell Finanzinstrumente zur Vermögensbildung und zum Wohlstand beitragen können. Zum anderen spielte der Aspekt der weltweit sozialen Ungleichheit eine zentrale Rolle. Von besonderem Interesse war dabei die Frage, ob das Finanzinstrument Mikrokredit nachhaltig zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit sowie zur Armutsbekämpfung beitragen kann, insbesondere bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Daher war das Ziel dieser Arbeit, die Potenziale und Grenzen von Mikrokrediten kritisch zu analysieren und ihren tatsächlichen Beitrag zur sozioökonomischen Entwicklung in Entwicklungsländern zu untersuchen.
Hat Deine Masterarbeit Einfluss auf Deinen Berufswunsch genommen und, falls ja, inwiefern?
Nein, meine Abschlussarbeit hatte keinen direkten Einfluss auf meine Berufstätigkeit. Ich habe mich beruflich für eine Tätigkeit im Bereich Audit & Advisory entschieden und bin bei einem mittelständischen Beratungsunternehmen tätig. Dennoch hat mich die Arbeit nachhaltig geprägt, insbesondere im Hinblick auf selbstständiges Arbeiten, strukturierte Organisation, fundierte Recherche sowie klare und zielgerichtete Kommunikation. Die dabei erworbenen Kompetenzen sind auch in meinem heutigen beruflichen Alltag von großem Nutzen.
Ali Dohier
Was war das Thema Deiner Master-Abschlussarbeit?
Das Thema meiner Masterarbeit lautete: „ESG Engagement as Competitive Advantage: An Analysis of Relevant Measurement Criteria and Their Significance for Customers“.
In dieser habe ich untersucht, inwiefern ESG-bezogenes Engagement (ESG steht für Environmental, Social, Governance) von Unternehmen als wettbewerbsdifferenzierender Faktor wirken kann und welche Nachhaltigkeitskriterien aus Kundensicht besondere Relevanz besitzen. Die Analyse stützte sich dabei auf die akademischen Konzepte der Market- und Resource-based View, um potenzielle Wettbewerbsvorteile theoretisch herzuleiten.
Darüber hinaus wurde der aktuelle Stand der Forschung zu ESG-Messkriterien analysiert, bestehende Forschungslücken identifiziert und darauf aufbauend eine eigene Definition der Environmental-Dimension entwickelt. Abschließend wurde diese theoretische Perspektive mit der wirtschaftlichen Realität der Luftfahrtbranche abgeglichen. Hierbei hatte ich das Privileg, Airlines auf der ganzen Welt zu interviewen und aus strategischer Sicht Handlungsempfehlungen für den Praxispartner der Arbeit, die Lufthansa Technik, abzuleiten.
Welche Professur hat Dich bei dem Thema betreut und inwiefern hat Dich der Austausch unterstützt?
Betreut wurde meine Masterarbeit von Prof. Dr. Kay Peters (SVI-Stiftungsprofessur für Dialogmarketing). Sein vielfach kritischer, aber stets sehr konstruktiver Beitrag half mir maßgeblich dabei, die wissenschaftlichen Anforderungen der Arbeit kontinuierlich zu schärfen, zentrale Fragestellungen klar herauszuarbeiten und die Qualität der Arbeit dadurch insgesamt deutlich zu steigern.
Was war Deine Motivation, Dich mit dem Thema zu beschäftigen?
Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften sind vielfach diskutierte Themen, die sowohl gesellschaftlich als auch unternehmerisch zunehmend an Bedeutung gewinnen und auch für mich persönlich zu den relevantesten Zukunftsthemen gehören. Insofern musste ich auch nicht lange überlegen, als sich die Möglichkeit ergab, das Thema in einer medial so präsenten Branche wie der Luftfahrt näher zu beleuchten.
Hat Deine Masterarbeit Einfluss auf Deinen Berufswunsch genommen und, falls ja, inwiefern?
Ja, ich glaube, das kann man so sagen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Segment Aircraft Component Services der Lufthansa Technik sowie das mir entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung im Rahmen der Arbeit, haben definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen und den Wunsch geprägt, auch langfristig in dieser Branche tätig zu sein.
Umso mehr freue ich mich, dass ich vor Kurzem das Angebot erhalten habe, dort als Projektleiter nun auch in Vollzeit tätig zu sein.

