Frau Dr. Störmer, warum denken Sie, dass Coaching-Kompetenz schon im Studium erlernt werden sollte?
Die Rahmenbedingungen unserer Lebens- und Arbeitswelt haben sich rasant verändert – und mit ihnen die Anforderungen an Studierende und Berufseinsteiger. Bereits im Studium stehen junge Menschen vor komplexen Herausforderungen. Neben fachlichen und methodischen Kompetenzen sind heute insbesondere Selbststeuerung, Resilienz und Kommunikationsfähigkeit von zentraler Bedeutung.
Ein fundierter Überblick über Konzepte, Methoden und Tools aus dem Coaching-Repertoire ermöglicht es, das eigene Verhalten bewusster zu reflektieren und gezielt weiterzuentwickeln. Coaching-Kompetenz bedeutet dabei nicht nur, andere zu begleiten, sondern auch sich selbst klarer zu führen – und genau das ist eine wesentliche Schlüsselqualifikation.
Wie helfen Ihnen diese Kompetenzen im Arbeits- und Lebensalltag?
Auch für mich ist die Weiterentwicklung meiner Kompetenzen ein fortlaufender Prozess im Sinne des lebenslangen Lernens. Grundlage ist ein solides theoretisches und methodisches Verständnis – entscheidend wird es jedoch in der Anwendung.
Durch die bewusste Reflexion schwieriger Gesprächssituationen – ob im beruflichen Kontext oder im privaten Umfeld – hat sich meine Art zu kommunizieren spürbar verändert. Ich stelle andere Fragen, nehme Perspektivwechsel bewusster vor und beziehe meine eigene Motivstruktur stärker ein. Auch ich ertappe mich immer wieder bei automatischen Denk-, Gefühls- oder Handlungsmustern. Das Erkennen dieser Automatismen hilft mir, Entscheidungen reflektierter zu treffen und Gespräche konstruktiver zu gestalten.
Sie selbst sind eine Alumna der Business School. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nun als Lehrende an Ihre Alma Mater zurückkehren?
Es freut mich sehr, an meine Alma Mater zurückzukehren. Ich möchte meine Erfahrungen praxisnah weitergeben und Studierenden ermöglichen, Methoden nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern konkret zu erproben. Gleichzeitig bin ich neugierig, wie mein interaktives, stark reflexionsorientiertes Lehrkonzept aufgenommen wird. Und natürlich bin ich gespannt, wie es sich anfühlt, nach 15 Jahren wieder im „WiWi-Bunker“ zu unterrichten.
Vielen Dank für das Gespräch!


