Disputationen im Juni
25. Juni 2026

Foto: UHH Business School
Lesen Sie hier über die Disputation von Antonia Leiße im Juni.
Antonia Leiße, Disputation am 19. Juni 2026
Titel und Thema der Dissertation:
Plasma Donation Incentives and Donor Diversity: Empirical Research on Donation Behavior
In meiner Dissertation, die durch die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes gefördert wurde, habe ich mich mit Strategien zur Sicherstellung der Blut- und Plasmaversorgung auseinandergesetzt. Der Fokus lag dabei einerseits auf sogenannten Extensifikationsstrategien, die darauf abzielen, den Pool potenzieller Spendender zu erweitern, und andererseits auf Intensifikationsstrategien, die die Häufigkeit von Blut- und Plasmaspenden erhöhen sollen. Die Dissertation basiert auf insgesamt vier (Working) Papers.
Ein Projekt beschäftigt sich mit der Erweiterung des Spendendenpools. Dabei untersuchten wir, ob sich Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, in ihrem prosozialen Verhalten von heterosexuellen Männern unterscheiden. Hintergrund dieser Fragestellung ist die Reform des Blutspenderechts im Jahr 2023, durch die MSM unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung Blut spenden dürfen und stattdessen das individuelle sexuelle Risikoverhalten stärker berücksichtigt wird.
Drei weitere Projekte befassen sich mit Intensifikationsstrategien im Kontext der Plasmaspende. Im ersten Projekt analysieren wir, welche Anreizsysteme in 26 Ländern im Bereich der Plasmaspende eingesetzt werden, und ordnen diese anhand der „Intervention Ladder“ des Nuffield Council on Bioethics ein.
Ein weiteres Projekt untersucht, welche Incentives von Blutspendenden, Plasmaspendenden sowie Nicht-Spendenden in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden als besonders attraktiv wahrgenommen werden.
Das vierte Projekt beschäftigt sich mit dem Einfluss finanzieller Kompensation auf das Spendeverhalten im Kontext der Plasmaspende. In drei Studien analysieren wir, (1) ob reguläre Plasmaspendende aufgrund der finanziellen Aufwandsentschädigung Plasma spenden, (2) welchen Effekt Veränderungen der finanziellen Kompensation auf die Anzahl geleisteter Spenden, die Rekrutierung von Neuspendenden sowie die Anzahl bestehender Spendender haben und (3) wie sich das Spendeverhalten von Blutspendenden verändert, nachdem sie erstmals Plasma im kompensierten Plasmamarkt gespendet haben. Dabei untersuchen wir, ob sie anschließend ausschließlich Blut, ausschließlich Plasma oder beide Spendentätigen.
Betreuer
Prof. Dr. Michel Clement
Meine Erfahrungen an der Business School:
Während meiner drei Jahre an der Business School konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln, meine Fähigkeiten weiterentwickeln und mein Netzwerk erweitern.
Besonders dankbar bin ich für die zahlreichen Konferenzen, die ich besuchen und auf denen ich regelmäßig Forschungsergebnisse vorstellen durfte. Während meiner Zeit als Doktorandin war ich unter anderem auf der ISBT in Kapstadt, der EMAC in Odense, Bukarest und Madrid sowie der ECDHM in Wien und Wijk aan Zee vertreten.
Insbesondere im Rahmen des EU-geförderten Projekts SUPPLY, das darauf abzielt, die Plasmaversorgung in Europa autark und unentgeltlich zu gestalten, konnte ich viele Diskussionen auf EU-Ebene verfolgen und Inhalte aufbereiten, die im Zusammenhang mit der SoHO-Verordnung relevant sind.
Meine Zeit an der Business School verbinde ich vor allem mit den Werten „Connectedness“ und „Impact“.
Meine Zukunftspläne:
Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch künftig forschungsnah zu arbeiten. Da ich ursprünglich aus den Gesundheitswissenschaften komme, möchte ich mich in Zukunft gerne wieder stärker mit Public-Health-relevanten Themen auseinandersetzen.

