Hamburg Center for Health Economics (HCHE)Warum gut vernetzte Arztpraxen Vorteile für chronisch Kranke bringen
29. Juni 2026

Foto: adobestock-485600645-viacheslav-yakobchuk
Gesundheitsökonomen vom Hamburg Center for Health Economics (HCHE) haben herausgefunden, dass eine gute Vernetzung von Arztpraxen bei chronisch Kranken nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufenthalte und die Mortalitätsrate der Patientinnen und Patienten reduziert, sondern auch die Kosten pro behandelter Person senkt.
Eine neue Analyse von über 23.000 Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz, die nach Erstdiagnose über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet wurden, zeigt: Werden chronisch Kranke in einer Hausarztpraxis behandelt, die stark lokal verankert und mit Fachärzten vernetzt ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufenthalte um 7,5-22 Prozentpunkte. Dabei wurde kein Zusammenhang mit der Verweildauer beobachtet.
Zudem weisen diese Patientinnen und Patienten eine niedrigere Mortalität auf, was auf eine bessere Kontinuität der Versorgung, ein proaktiveres Management chronischer Erkrankungen und eine zeitnahere Einbeziehung von Fachärzten zurückgeführt werden kann.
Obwohl die Kosten für Arzneimittel um 140-412 Euro stiegen, sanken die Kosten pro Patient insgesamt um bis zu 1.380 Euro durch weniger ambulante und stationäre Behandlungen.
Sophia Cordes, Co-Autorin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovierende am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) hat die Studie mit Prof. Dr. Tom Stargardt erstellt. Die Forschenden haben dabei Soziale Netzwerkanalysen mit einem Instrumental Variablen-Ansatz und verschiedenen Regressionsmodellen kombiniert.
„Durch unsere Ergebnisse können wir ableiten, dass bei chronischen Erkrankungen eine bessere Koordination und Kooperation in der Primärversorgung potentiell bessere Behandlungsergebnisse bei gleichzeitig niedrigeren Gesamtkosten erreicht werden kann“, resümiert Cordes.

