InterviewDozentin und Triathletin Marie Hielscher: „Dranbleiben wird belohnt“
7. Juli 2026

Foto: finisherpix
Die Dozentin und Diplom-Mathematikerin Marie Hielscher von der Professur für Mathematik und Statistik nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Triathlons teil. Im Interview gibt sie Einblicke in ihr Leben, das von Lehre und Training geprägt ist.
Die Diplom-Mathematikerin Marie Hielscher ist nicht nur Dozentin an der Professur für Statistik und Mathematik in den Wirtschaftswissenschaften bei Prof. Dr. Michael Merz, sondern auch passionierte Triathletin. In diesem Jahr belegte sie beim Ironman auf Lanzarote Platz 3 und bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz Platz 1. In einem Interview erzählt sie, welche Synergien es zwischen den beiden so unterschiedlichen Lebensbereichen gibt, wie sie persönlich daran wächst und was sie davon an ihre Studierenden weitergibt.
Frau Hielscher, Sie sind eine begeisterte Leistungssportlerin und in dieser Saison bei drei harten Triathlons dabei: Zwei Wettkämpfe haben Sie schon hinter sich, jetzt steht der Ostseeman an. Wann haben Sie gemerkt, dass der Sport ein wichtiger Teil Ihres Lebens ist und seit wann trainieren Sie für harte Wettkämpfe?
Sport war schon immer ein Teil meines Lebens. Als Kind habe ich viele Schwimmwettkämpfe gemacht und vor ca. 15 Jahren habe ich dann mit Triathlon angefangen, nachdem ich in einer Staffel als Schwimmerin eingesprungen bin. So leistungsorientiert wie jetzt trainiere ich aber erst seit sieben bis acht Jahren.
Was war Ihr größter sportlicher Erfolg?
Obwohl ich schon viele wirklich schön Siege feiern durfte, fühlt sich die Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii und der siebte Platz dort auf jeden Fall nach meinem größten Erfolg an.
Gab es schon mal einen sportlichen Rückschlag und, wenn ja, wie haben Sie den überwunden?
In meiner Empfindung verläuft Fortschritt nie linear; ich erlebe dauernd kleine Rückschläge. Trainings, die sich nicht gut anfühlen, Wettkampfleistungen, die nicht das zeigen, was hätte sein können. Und gerade im Langdistanztriathlon geht eigentlich immer etwas schief. Aber gleichzeitig ist das auch die Lehre, die ich daraus gezogen habe: Dranbleiben wird belohnt!
Welche Parallelen gibt es zwischen Mentoren im sportlichen und im akademischen Bereich?
Grundsätzlich wichtig sind Menschen, die an einen glauben, vor allem dann, wenn man es z. B. bei einem Rückschlag selber nicht tut. Außerdem helfen mir besonders die Ratschläge, die meine individuelle Situation berücksichtigen. Ich denke, das gilt sowohl bei sportlichen wie auch bei akademischen Zielen.
Jeder Wettbewerb ist eine sportliche Höchstleistung. Wie schaffen Sie es, die Energie und Zeit für Ihren Beruf als Dozentin und für diszipliniertes Training zu haben?
Es hilft auf jeden Fall, dass ich beides wirklich sehr gerne mache. Aber auch die Menschen in meinem Umfeld unterstützen mich mit viel Verständnis und Rücksicht, nicht zuletzt Prof. Merz, der mir die Freiheit gibt, meine Arbeit auch mal abends oder am Wochenende zu erledigen, wenn das besser in den Trainingsplan passt.
Welche Synergien gibt es für Sie zwischen der Lehre an der Uni und dem Sport?
Der Sport dient auf jeden Fall als guter Ausgleich zu der ganzen theoretischen Arbeit. Die körperliche Anstrengung hilft mir auch, Gedanken und Probleme zwischendurch loszulassen, um sie dann später mit freiem Kopf einfacher wieder aufzunehmen. Gleichzeitig kann ich mich inzwischen durch das Training über viele Stunden unter Belastung konzentrieren. Das hilft definitiv spätestens bei drei Stunden Vorlesung freitags um acht Uhr.
Mit Ihren Lehrveranstaltungen im Grundkurs Mathe prägen Sie junge Studierende, die gerade am Anfang ihres Bachelorstudiums in Betriebswirtschaftslehre stehen. Was geben Sie den Studierenden neben den akademischen Inhalten mit auf ihren Lebensweg?
Mathe ist ja nicht unbedingt als das Lieblingsfach schlechthin bekannt. Ich versuche die Studierenden aber dazu zu animieren, genau das als Herausforderung zu sehen und an Rückschlägen nicht zu verzweifeln. Oft geht es ja nicht darum, alles schon sofort zu können, sondern den eigenen Weg zu finden, das Ziel zu erreichen.
Welche sportliche Höchstleistung ist aktuell das wichtigste Ziel auf Ihrer Bucketlist?
Hawaii hat mich schon sehr beeindruckt. Dort vielleicht sogar mal unter die drei Weltbesten Langdistanztriathletinnen zu kommen, ist auf jeden Fall als Gedanke in meinem Kopf.
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