Disputationen im Juni und Juli
13. Juli 2026

Foto: University of Hamburg Business School
Lesen Sie hier über die Disputationen im Juni und Juli.
Jette Fabian, Disputation am 13. Juli 2026
Titel und Thema der Dissertation:
„Analysis of Technological and Regulatory Trends in the Field of Auditing, Accounting and Corporate Governance"
Die aus vier Forschungsbeiträgen bestehende kumulativen Dissertation vereint sowohl empirische als auch praxisorientierte Beiträge, in denen technologische und regulatorische Entwicklungen im Kontext von Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung und Corporate Governance analysiert werden.
Am Beispiel der Prüfung von Lageberichten untersucht der erste Beitrag, inwiefern der Einsatz einer aufgabenspezifischen Künstlichen Intelligenz die wahrgenommene Effektivität und Effizienz der Abschlussprüfung beeinflusst.
Vor dem Hintergrund der Novellierung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Jahr 2022 und der damit einhergehenden neuen Empfehlung, das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats in Form einer Qualifikationsmatrix offenzulegen, analysiert der zweite Beitrag inwiefern die Kompetenz von Aufsichtsräten mit der Qualität der Finanzberichterstattung zusammenhängt.
Der dritte Forschungsbeitrag betrachtet die erstmalige Ausgestaltung und Umsetzung zur Offenlegung dieser Kompetenzen in Deutschland.
Im vierten Beitrag werden sowohl die neuen Anforderungen an die Unternehmensberichterstattung im Zuge der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und des European Sustainability Reporting Standard (ESRS) E4 als auch die bisherige Praxis der Biodiversitätsberichterstattung durch Unternehmen analysiert.
Insgesamt zeigt die Forschungsbeiträge der Dissertation, dass technologische Innovationen und regulatorische Reformen zentrale Treiber der gegenwärtigen Transformation von Abschlussprüfung, Rechnungslegung und Corporate Governance sind. Es wird ein Beitrag zu einem vertieften Verständnis der Frage, wie Unternehmen, Aufsichtsorgane und Abschlussprüfer mit technologischen und regulatorischen Veränderungen umgehen und welche Konsequenzen sich daraus für die Weiterentwicklung der Unternehmensberichterstattung ergeben, geleistet.
Betreuerin
Prof. Dr. Nicole V. S. Ratzinger-Sakel
Meine Erfahrungen an der Business School:
Während meiner Promotion an der Business School habe ich die herzliche und wertschätzende Atmosphäre besonders geschätzt. Das hohe Maß an Flexibilität sowie der kollegiale Zusammenhalt innerhalb der Business School haben dazu beigetragen, ein motivierendes und unterstützendes Umfeld für meine Promotion zu schaffen. Die Bereitschaft, unterschiedliche Lebenssituationen selbstverständlich zu berücksichtigen, hat es mir ermöglicht, Lehre, wissenschaftliche Arbeit und Familienleben erfolgreich miteinander zu verbinden. Diese Erfahrung verdeutlicht für mich, wie die Werte der Business School im Alltag gelebt werden. Mein besonderer Dank gilt hierbei allen Mitgliedern der Professur für Wirtschaftsprüfung und Unternehmensrechnung, die durch ihre engagierte Unterstützung, hohe fachliche Expertise und ihren außergewöhnlichen Teamgeist maßgeblich dazu beigetragen haben, meine Promotion in einem produktiven und inspirierenden Umfeld erfolgreich umzusetzen.
Meine Zukunftspläne:
Meine Zukunftspläne konzentrieren sich darauf, die digitale und nachhaltige Transformation in der Wirtschaftsprüfung aktiv mitzugestalten und innovative, praxisorientierte Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Berufsalltag zu entwickeln. Dabei bringe ich meine fachliche Expertise nicht nur im Rahmen meiner Tätigkeit bei RSM Ebner Stolz ein, sondern arbeite beispielsweise auch aktiv in einem Arbeitskreis des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) mit, um regulatorische Entwicklungen für die Zukunft der Wirtschaftsprüfung mitzugestalten. Darüber hinaus ist es mir wichtig, auch zukünftig eng mit der Professur für Wirtschaftsprüfung und Unternehmensrechnung verbunden zu bleiben, um den kontinuierlichen Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und beruflicher Praxis zu fördern.
Michelle Mund, Disputation am 13. Juli 2026
Titel und Thema der Dissertation:
Die Dissertation mit dem Titel „Aktuelle Entwicklungen in der bAV und bei ZWK“ analysiert zentrale rechtliche und steuerliche Fragestellungen der betrieblichen Altersversorgung und von Zeitwertkonten vor dem Hintergrund aktueller Gesetzgebung und Rechtsprechung. Im Bereich der bAV werden insbesondere Entgeltumwandlung und Arbeitgeberzuschuss im Zusammenspiel mit Tarifverträgen, die Weiterbeschäftigung im Rentenalter sowie die besonderen Herausforderungen bei Pensionszusagen und dem Versorgungsausgleich für Gesellschafter-Geschäftsführer behandelt. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Auslagerung von Pensionszusagen im Kombinationsmodell, der Nutzung von Pensionsfonds im Mittelstand sowie der Frage, inwieweit ein Verzicht als Entledigungsmöglichkeit von Pensionszusagen dienen kann.
Im Bereich der Zeitwertkonten werden die Zuführung von Abfindungsbeträgen und deren steuerliche Behandlung unter Einbeziehung der aktuellen BFH-Rechtsprechung (BFH v. 3.5.2023 – IX R 25/21, FR 2023, 932) untersucht. Ziel der Arbeit ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten systematisch herauszuarbeiten, um praxisnahe Lösungen im Umgang mit der Altersvorsorge zu identifizieren. Auf dieser Grundlage werden Handlungsempfehlungen entwickelt, die zu einer optimalen Nutzung der bAV beitragen und nachhaltige, rechtlich sichere Strategien im Umgang mit der betrieblichen Altersversorgung und Zeitwertkonten aufzeigen.
Betreuer:innen:
1. Prof. Dr. Dietmar Wellisch, 2. Prof. Dr. Nicole Ratzinger-Sakel, Vorsitzende: Prof. Dr. Nicola Berg
Meine Erfahrungen an der Business School:
Während meiner Zeit an der Business School habe ich äußerst positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit mit meinen direkten Kolleginnen und Kollegen war geprägt von großartigem Teamgeist, gegenseitiger Unterstützung und einem sehr wertschätzenden Miteinander. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Professuren war stets freundlich und inspirierend.
Besonders spannend waren die Doktorandenkurse, in denen ich Einblicke in die unterschiedlichen Forschungsgebiete meiner Mitdoktorandinnen und Mitdoktoranden erhalten durfte. Der fachliche Austausch auf Augenhöhe und die Vielfalt der Themen haben meinen eigenen Blick auf Forschung und Praxis deutlich erweitert.
Es ist für mich ein schönes Gefühl, bereits während der Dissertation Artikel veröffentlichen zu können, die für Praktiker einen konkreten Mehrwert bieten. So trage ich dazu bei, Wissen rund um die betriebliche Altersversorgung weiter zu verbreiten, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und die Brücke zwischen wissenschaftlicher Analyse und praktischer Umsetzung zu stärken.
Meine Zukunftspläne:
Ich freue mich darauf, mein bisher erworbenes theoretisches Wissen noch stärker in der Praxis einzubringen und zur Erhöhung des Frauenanteil in der bAV beizutragen. Besonders wichtig ist mir, Menschen die bAV näherzubringen, Hemmschwellen abzubauen und ein besseres Verständnis für ihre Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Ich möchte weiterhin Fachbeiträge zur bAV und ZWK schreiben, die sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen echten Mehrwert bieten und zur nachhaltigen Weiterentwicklung unserer bAV-Strukturen beitragen.
Kerstin Mayer, Disputation am 19. Juni 2026
Titel und Thema der Dissertation:
„Implementing New Strategic Marketing Initiatives Across Domains: Empirical Research on Individuals' Behavioral Responses"
Ich habe mich in meiner kumulativen Dissertation, bestehend aus drei empirischen Projekten, mit der Frage beschäftigt, wie Menschen auf neue strategische Marketinginitiativen reagieren. Im Fokus stehen die Filmbranche (verkürzte Veröffentlichungsfenster zwischen Kino und Heimkino), der digitale Handel (Trendanzeigen als soziales Signal) sowie prosoziales Verhalten (finanzielle Anreize bei Plasmaspenden).
Betreuer:
Prof. Dr. Michel Clement
Meine Erfahrungen an der Business School:
Was mich an meiner Zeit an der Business School besonders geprägt hat, war die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern wie Warner Bros. Discovery und dem Deutschen Roten Kreuz. Genau das verkörpert für mich den Wert der Openness, also den offenen Austausch mit anderen Disziplinen und Communities über die Universität hinaus. Dazu gehörte auch die Möglichkeit, meine Forschung auf zahlreichen internationalen Konferenzen vorzustellen, unter anderem bei der EMAC in Odense, Bukarest und Pozuelo de Alarcón, der SALTY Conference in Kopenhagen, Bremen und Wien, der European Conference on Donor Health Management in Wijk aan Zee sowie bei einem Invitational Talk auf der CineEurope in Barcelona. Gleichzeitig habe ich die Fakultät immer als sehr connected erlebt: eine kollegiale Gemeinschaft, die mir die Freiheit gegeben hat, eigene Forschungsfragen zu verfolgen und dabei jederzeit Unterstützung im Rücken zu haben.
Meine Zukunftspläne:
Nach der Promotion möchte ich die Erkenntnisse aus meiner Forschung zum Verhalten von Konsumentinnen und Stakeholdern in die Praxis bringen. Ob das eher im akademischen Bereich oder in der Wirtschaft passiert, halte ich mir bewusst offen, denn am Ende geht es mir darum, dort etwas zu bewegen, wo fundierte Forschung und strategisches Marketing aufeinandertreffen.

