Forschung10 Jahre Schockbilder auf Zigaretten: Wie ist die Wirkung?
16. März 2026, von Denise Longe

Foto: Aleksey Veretennikov
Im Februar hat sich der Beschluss des Bundestags, dass auf Zigarettenpackungen Schockbilder gedruckt werden müssen, zum 10. Mal gejährt. Prof. Dr. Henrik Sattler hat zu diesem Thema geforscht und dem Radiosender NDR 90,3 ein Interview geben.
Dass Zigarettenpackungen Schockbilder tragen müssen, hat der Bundestag im Februar 2016 beschlossen. E-Zigaretten sind dagegen von der Auflage aus gesetzlichen Gründen befreit. Nach einem Jahrzehnt bleibt die Frage nach der Wirkung offen, ob die Verpackungsgestaltung dazu beitragen konnte, das Rauchen zu reduzieren. Henrik Sattler, Professor für Marketing und Branding, hat dazu dem Radiosender NDR 90,3 ein Interview gegeben.
Tatsächlich konnte festgestellt werden, dass in den letzten Jahren die Anzahl von Raucherinnen und Rauchern gesunken ist – nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern weltweit. Gleichzeitig gab es neben den veränderten Verpackungen weitere Maßnahmen, die diese Rückläufigkeit beeinflusst haben könnten, zum Beispiel Preiserhöhungen bei Zigaretten oder Rauchverbote in Gaststätten.
„Wichtig ist auch einzubeziehen, dass Schockbilder nicht auf alle Menschen gleichermaßen wirken“, sagt Sattler. „Manche Raucherinnen und Raucher reagieren auch mit Widerstand, also Reaktanz darauf, weil sie sich nicht in ihrer Freiheit einschränken lassen wollen.“
Der Wissenschaftler hat außerdem untersucht, ob eine neutrale Verpackung für Zigaretten zu einem weiteren Rückgang des Zigarettenverkaufs führen könnte. Ein solches sogenanntes „Plain Packaging“ wird von der Deutschen Krebshilfe gefordert und bezeichnet standardisierte Verpackungen ohne Logos und typisches Markendesign. „Plain Packaging kann dazu führen, dass der Marktführer, in Deutschland und vielen anderen Ländern ist das Marlboro, aufgrund der Markenstärke seine Marktanteile noch einmal erhöhen kann. Das ist wiederum regulatorisch bedenklich“, schließt Henrik Sattler.
Das Radiointerview wurde am 25. Februar um 12:20 Uhr bei NDR 90,3 ausgestrahlt.

