Prof. Dr. Jan ReckerVon digitaler Nachhaltigkeit zu digitaler Resilienz
27. April 2026

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In einer Studie untersucht Nucleus-Professor Dr. Jan Recker mit internationalen Ko-Autoren, wie digitale Resilienz am Beispiel des Klimawandels erreichbar und von welchen Faktoren sie abhängig ist. Ein Aufsatz dazu ist in MIS Quarterly erschienen.
Die „Twin Transformation“, also der Wandel zu digitaler Nachhaltigkeit, ist ein beliebtes Forschungsgebiet. Dabei geht es darum, aus einer „nicht-nachhaltigen“ Situation herauszukommen, um in eine nachhaltigere Situation zu gelangen. Jan Recker, Professor für Informationssysteme und Digitale Innovation beschäftigt sich mit Ko-Autoren in einer Studie mit der Frage: Was, wenn das Erreichen von „Nachhaltigkeit“ der falsche Ansatz ist, weil das Ziel nicht erreichbar oder politisch umsetzbar ist? „Vielleicht geht es bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels nicht um mehr Nachhaltigkeit“, so Recker, „sondern um Resilienz im Wandel – die Fähigkeit, die Folgen des Klimawandels zu antizipieren, abzufedern und absorbieren.“
Wie das gelingen kann, ist der Fokus eines Aufsatzes von 19 Forschenden von Universitäten aller Kontinente. Dabei geht es darum, dass digitale Resilienz immer von Kontext und Perspektive abhängt – eine Lösung für alle(s) gibt es nicht.
Die wichtigsten Erkenntnisse: Digitale Resilienz hat viele Hebel – im Großen wie im Kleinen muss gehandelt werden, man braucht sowohl reaktive als auch proaktive Strategien. Außerdem sollte der Klimawandel nicht als ein exogener „Schock“ verstanden werden, also ein isoliertes Ereignis. Stattdessen ist der Klimawandel ein andauernder Prozess aus vielen Events, Aktionen und Reaktionen. „Wir müssen anfangen, Digitalisierung und Natur gleichzeitig und wechselseitig zu betrachten, und auch lernen, unseren Blick nach vorne zu legen, um mehr proaktiv im Klimawandel agieren zu können“, resümiert der Experte für Digitales. „Nur so schaffen wir den Sprung hin zu einer resilienten Wirtschaft und Gesellschaft.“
Der Aufsatz bedient sich vieler Fallstudien aus verschiedenen Bereichen und Regionen; der Hauptfokus liegt aber auf neuen theoretischen Ideen.
Autorinnen und Autoren der Studie sind neben Prof. Recker: Wai Fong Boh, Nigel P. Melville, João Baptista, Friedrich Chasin, Flávio Eduardo Aoki Horita, Anne Ixmeier, Steven L. Johnson, Wolf Ketter, Johann Kranz, Shaila Miranda, Ning Nan, Brian Pentland, Sepide Sadeghi, Suprateek Sarker, Saonee Sarker, Juliana Sutanto, Ping Wang, Wahyu Wilopo.

