Disputationen im April/Mai
28. Mai 2026

Foto: UHH Business School
Lesen Sie hier über die Disputationen im Zeitraum April bis Mai.
UHH Business School
Levent Uyar, Disputation am 8. Mai
Titel und Thema der Dissertation:
Managing Market Dynamics of Digital Media Streaming Platforms – Empirical Research on Music Streaming
Die Dissertation untersucht am Beispiel der Musikindustrie, wie digitale Streaming-Plattformen die Medienindustrie technologisch, ökonomisch und kulturell verändern. Im Zentrum steht die Frage, wie Plattformen als zentrale Intermediäre die Marktstruktur im Hinblick auf Content, Wertschöpfung und Konsum verändern und welche Chancen und Risiken sich daraus für verschiedene Marktteilnehmende ergeben.
Die kumulative Arbeit umfasst drei empirische Projekte: Das erste, publizierte Projekt untersucht Interdependenzen zwischen Smart Speakern und Musik-Streaming-Diensten, insbesondere im Hinblick auf mögliche Lock-in-Effekte innerhalb integrierter Plattformökosysteme. Im zweiten Projekt wird die Rolle der Auszahlungsmodelle digitaler Streaming-Plattformen aus der Perspektive der Konsumenierenden beleuchtet und Konsequenzen für die Industrie untersucht. Das dritte Projekt analysiert den Musikkonsum im globalen Streaming-Markt und untersucht insbesondere den Einfluss sprachlicher Distanz als Dimension des Product-Market-Fit auf den internationalen Erfolg von Songs.
Die Dissertation basiert auf Umfragedaten, Experimentaldaten sowie umfassenden Marktdaten und leistet durch empirische Analysen einen Beitrag zum Verständnis digitaler Plattformmärkte. Darüber hinaus liefert sie praxisrelevante Implikationen für Plattformbetreiber, Supplier und Gesetzgeber.
Betreuende:
Prof. Dr. Michel Clement und Prof. Dr. Jan Recker
Meine Erfahrungen an der Business School:
Die Business School hat mir insbesondere durch den Zugang zu internationalen Konferenzen und methodische Weiterbildungsmöglichkeiten wichtige Impulse für meine fachliche und persönliche Entwicklung gegeben. Gleichzeitig hat der enge und interdisziplinäre Austausch mit Praxispartnern und Gesetzgebern dazu beigetragen, anwendungsnahe und gesellschaftlich relevante Fragestellungen zu beleuchten und zu diskutieren.
Meine Zukunftspläne:
Ich plane, meine Karriere in der Wirtschaft an der Schnittstelle von Technologie, Marketing und datengetriebenen Geschäftsmodellen fortzusetzen, und könnte mir vorstellen, mich insbesondere strategischen Fragestellungen in digitalen Unternehmen zu widmen.
Oliver Schacht, Disputation am 30. April
Titel und Thema der Dissertation:
Meine Dissertation trägt den Titel "Essays on Causal Machine Learning: Methodological Advances and Applications in Business Analytics". Dahinter verbergen sich mehrere Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Maschinellem Lernen und Kausaler Inferenz. In kurz: Während Maschinelles Lernen hervorragend darin ist, Vorhersagen zu treffen (z. B. "Wie viel von Produkt X verkaufe ich morgen?"), bedarf es in der Geschäftswelt auch Methoden, die Fragen zu Interventionen beantworten. Stehe ich etwa vor der Frage "Wie viel würde ich verkaufen, wenn ich heute eine Werbeanzeige schalte?", oder "Welche dieser Werbeanzeigen wird die meisten Kunden anlocken?", kommt die naive Anwendung von Maschinellem Lernen schnell an seine Grenzen. Verzerrte und inakkurate Schätzungen aus Beobachtungsdaten können zu falschen Schlüssen führen. In meiner Dissertation befasse ich mich mit Algorithmen, die kausale Zusammenhänge herstellen, um Effekte für solch "kontrafaktische" Fragestellungen zu schätzen.
Betreuende:
Prof. Dr. Martin Spindler
Meine Erfahrungen an der Business School:
Ich bin der UHH Business School sehr dankbar für die Unterstützung während meiner Dissertationszeit. Besonders geschätzt habe ich den vertrauensvollen und unterstützenden Umgang zwischen Forschenden, Verwaltung und Studierenden sowie die positive und freundliche Atmosphäre an der Fakultät. Für Summer Schools und Konferenzen konnte ich von Dienstreisemitteln und der Nachwuchsförderung profitieren. Meinem Betreuer Prof. Dr. Martin Spindler bin ich sehr dankbar für das Vertrauen und die intensive Zusammenarbeit.
Ich wünsche der Business School, dass sie die Bedingungen für Forschung, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs auch künftig auf hohem Niveau sichern kann.
Meine Zukunftspläne:
Liegen überall da, wo die Schnittstelle zwischen Daten, KI und Anwendungen gebraucht wird. Und vielleicht eines Tages in einer Professur an einer Fachhochschule, da mir die Lehre an der Business School sehr viel Freude bereitet hat.
UHH Business School
Philipp Schwarz, extern, Disputation am 30. April
Titel und Thema der Dissertation:
Essays on the Application of Causal Methods in Production Systems
Die Zielsetzung war es (1) die Anwendbarkeit von kausalen Methoden in der Produktion zu erforschen und (2) diese anhand der Erkenntnisse aus der Praxis weiterzuentwickeln. Konkret wurden Themen aus der Halbleiterfertigung in den Bereichen der Fertigung und Energieversorgung betrachtet. Auf der Praktischen Seite wurden kausale datengetriebene Modelle entwickelt, um Nacharbeitsstrategien zu bewerten und zu optimieren, um schlussendlich den Ertrag zu erhöhen. Da Fertigungsprozesse von einer zuverlässigen Energieversorgung abhängen wurden zudem kausale Methoden zur Erklärung von Energie Peaks untersucht. Neben der Anwendung von DoubleML in einem neuen Umfeld ergaben sich hierbei Einsichten und Weiterentwicklungen in den Bereichen „Causal Root-Cause Analysis“ und „Regression Discontinuity Designs“.
Betreuende:
Prof. Dr. Martin Spindler (Uni Hamburg), Prof. Dr. Martin Weiß (OTH Regensburg) und Dr. Johannes Oberpriller (ams-Osram)
Meine Erfahrungen an der Business School:
Die Dissertation war als Industrie Dissertation in Kooperation mit AMS-Osram angelegt und wurde dementsprechend durch AMS-Osram finanziert. Das heißt, während der Dissertation war ich die meiste Zeit in Regensburg am Werk vor Ort und bin dementsprechend den Kollegen, für den konstruktiven Austausch und das Schaffen einer Umgebung, in der man kreativ an Themen der Doktorarbeit forschen konnte, zu Dank verpflichtet.
Meine Erfahrungen mit der Business School beschränken sich daher, bis auf wenige physische Kontakte, vornehmlich auf die Onlinewelt. Die paar Male, an denen ich vor Ort gewesen bin, sind jedoch von herzlichen Begegnungen, gemeinsamen Mensaausflügen und einem inspirierenden Austausch geprägt. Auch möchte ich die professionelle Unterstützung in Verwaltungsthemen durch das Promotionsbüro, insbesondere durch Frau Thoma, herausstellen.
Meine Zukunftspläne:
Gegen Ende der Dissertation wurde mir eine Stelle als Datascientist bei AMS-Osram in Aussicht gestellt, die ich am Februar antrat.

